Einhandfesselung

Die „Einhandfesselung“ oder der Doppelte Kreuzknoten ist der einzige echte Knoten, den wir für den Anfang brauchen. Er besteht im Prinzip aus einem doppelten Schnürsenkelknoten und ist dafür konzipiert, im Ernstfall schnell und ohne Probleme wieder aufzugehen. Das wichtigste an dieser Fesselung ist der Abstand, der z.B. zum Handgelenk eingehalten werden muss (Drei-Finger-Regel) sowie die Richtigkeit des Knotens, damit aus der Handfesselung keine sich immer enger ziehende Schlinge werden kann. Gerade am Hangelenk müssen wir besonders aufpassen, da hier wichtige Nerven und Blutadern verlaufen, die auf keinen Fall eng gefesselt oder abgeschnürt werden dürfen. 

Diese Fesseltechnik ist für den Anfänger oft eine ziemliche Herausforderung, da schon bei kleinsten Fehlern ein völlig anderes Knotenbild entsteht. Dennoch beginnen fast alle ordentlichen Fesselungen mit dieser Technik. Du wirst sie also in deiner Karriere als Fessler oder Fesslerin tausende Male von allen Richtungen  und allen möglichen Bedingungen machen müssen. 

Damit der Knoten sicher und richtig gemacht wird, hilft nur üben, üben, üben. Mit dieser Anleitung kansnt du die einzelnen Schritte noch einmal nachvollziehen und (hoffentlich) ein paar Anfängerfehler vermeiden. Und mach dir keine Sorgen, wenn du das nicht gleich so hinbekommst - diese Bilder und Erklärungen sind als Erinnerungshilfe für diejenigen gedacht, die das bei mir unter Anleitung bereits ein paar Mal gemacht haben. Und jetzt los! 

 

1. Zuerst nimmst du die Mitte deines Seils und legst diese über die Innenseite des Handgelenks. Das kurze Ende legst du für dieses Tutorial mal auf die rechte Seite (später ist das egal). Der viel längere Rest des Seils mit den Endknoten ist nun links. Wir arbeiten immer mit dem kurzen Ende (wollen uns ja nicht verheddern) und ziehen es so weit, dass es auf der rechten Seite ca. 50-60 cm lang ist.

 

 

 

 

2. Dann spiralen wir uns locker mit dem kurzen Ende nach vorne in Richtung der Finger. Die Seile sollten sich dabei nicht überkreuzen, sondern sehr ordentlich liegen.

Da wir am Handgelenk niemals eng fesseln dürfen, muss ein Mindestabstand von Drei Fingern eingehalten werden.

 

 

3. Du spiralst dich nun mit dem kurzen Ende noch ein bisschen weiter im Uhrzeigersinn herum, bis sich beide Seilenden auf der linken Seite der Hand befinden. Du kannst beim Spiralen gerne drei Finger deiner freien Hand zwischen Seilen und der Hand des Models positionieren. Wie genau du deine Finger halten musst, um dir selber nicht im Weg zu sein, siehst du bei Schritt 7 (das Bild mit den Fingern). 

Nun überkreuzt du mit dem kurzen Ende das lange Seil. Achte darauf, dass alle Seile ordentlich nebeneinander liegen (am Handgelenk ist kein "Polster", sprich: Fett oder Muskel. Daher muss man hier pedantisch sauber fesseln). 

[Die Drehungen im kurzen Seilende, die du auf dem linken Bild siehst, sind normal und können ignoriert werden]

 

4. Das kurze Ende überkeuzt das Lange (Schritt 3) und taucht dann unter ALLEN Seilen hindurch. Dies entspricht eigentlich dem normalen Schnürsenkelknoten. Mit dem einzigen Unterschied, dass wir in unserem Fall ein Seil mehr mitnehmen müssen und (noch) nichts zuziehen. 

Einer der häufigsten Fehler ist, dass bei diesem "unter allen Seilen durchtauchen" nur eine Seillage mitgenommen wird und sich die Fesselung somit zwangsläufig einschnürt. Achte also unbedingt darauf, dass das kurze Seil alle beiden zuvor herumgewickelten Lagen mitnimmt. 

 

 

 

 

5. Du bist jetzt fast fertig. Klapp jetzt beide Seilenden nach unten in Richtung der Finger des Models und zieh etwas daran (somit kannst du gut den Knoten fertig machen, ohne den zuvor hart erarbeiteten Drei-Finger-Abstand zu verlieren). 

Das kurze Ende legst du nun unter das lange Ende. 

[Tipp: Damit du den doppelten Kreuzknoten immer richtig machst, ist es an dieser Stelle wichtig zu sehen, wie der nächste Schritt funktioniert: Das kurze Seilende kommt im Bild links UNTEN raus, während das lange Seilende oben von den Wickelungslagen ist. Das heißt, dass du nun das kurze Ende auch UNTER das lange Ende legen musst. Kommt das kurze aus deiner Sicht OBEN raus, muss es auch ÜBER das lange gelegt werden. Das hängt davon ab, in welche Richtung du dich am Anfang spiralt hast und von wo du als Fessler guckst.] 

  

 

6. Das kurze Ende steckst du nun in die Mitte hinein (machst also einen erneuten Schnürsenkelknoten damit) und ziehst langsam zu. Langsam aus dem Grund, damit du siehst, ob du richtig herum zuziehst. Das siehst du daran, dass du ein Muster erkennen kannst. Der doppelte Kreuzknoten hat eine ganz bestimmte symmetrische Erscheinung, die an eine auf der Seite liegende Zahl π (pi) erinnert. Vielleicht fällt dir da noch eine andere Eselsbrücke für ein ;-) 

  

 

7. Hast du den Knoten dann richtig gemacht, ziehst du beide Seilenden so kräftig zu, wie du kannst. Damit der Knoten richtig ist und bleibt, solltest du beide Seilenden nach links und rechts mit gleicher Kraft auf jeder Seite zuziehen (also nicht nach unten oder nur an einem Ende oder so). 

 

Die Einhandfesselung ist auch total richtig, wenn du so dolle zuziehen kannst, wie du magst, die Seile sich aber niemals um das Handgelenk enger ziehen. Unsere drei-Finger-Abstand bleiben also erhalten: 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier siehst du, was passiert, wenn du nicht auf die richtige Ausrichtung der "Flügel" geachtet hast oder nicht kräftig genug zugezogen hast: 

Bei Zug am langen Ende des Seils "klappt" der Knoten um und das lange Seil schnürt sich in das Hangelenk ein (rot markiert). Daher solltest du bei einem zu lockeren oder falschen Kreuzknoten niemals stark am langen Ende ziehen. Solltest du das dennoch vorhaben, mach ihn richtig, zieh in fest zu, mach einen dritten Schnürsenkelknoten drauf oder belaste beide Enden des Seils (das lange und das kurze). 

Dieser Knoten ist dafür konzipiert, schnell und einfach wieder auf zu gehen. Natürlich gibt es effektivere und bessere Knoten. Diese sind aber zum einen für den Anfänger zu kompliziert zu lernen (glaub mir, der hier wird dich schon genug fordern ;-) ) und belasten zum anderen das Seil so, dass die Seiltragkraft z.B.  bei Hängungen zu stark minimiert wird (bis zu 60% Verlust bei z.B. Palstek). 

Diesen Knoten bekommst du selbst bei stärksten Belastungen wieder auf (vorausgesetzt du verwendest ein starres Seil wie z.B. Jute oder Hanf), indem du den Knoten mit dem langen Ende "aufbrichst". Also quasi entgegen der Flügelrichtung des auf der Seite liegenden Pis ziehst. Dann sieht der Knoten kurzzeitig so aus, wie auf dem Bild hier links mit der roten Markierung. Das kurze Ende kann dann ganz einfach heruasgezogen und so der Knoten geöffnet werden. 

 Heißt aber auch:  Wenn du eine Leine haben willst und dann nur am langen Ende des Seils mit aller Kraft ziehst, kann es ganz schnell passieren, dass aus dem Knoten eine sich zuziehende Schlinge wird. Das ist dann nicht so toll. Am besten machst du für diesen Einsatz dann einen zusätzlichen Knoten drauf oder ziehst am kurzen und langen Ende gleichzeitig. Für Befestigungen (z.B. Handgelenke an Bettpfosten) wird das lange Ende über den Befestigungspunkt gezogen und dann durch das kurze Seilende geführt. Erst danach wird Zug aufgebaut. Somit kann sich der Knoten nicht am Handgelenk zuziehen. 

Du musst unbedingt auch darauf achten, dasss bei Zug der Knoten immer in der Handinnenfläche ist und NICHT auf das Handgelenk drückt (das sollte ja frei sein). Drehst du den Knoten auf die Handaußenseite, hilft die Drei-Finger-Regel nix und der Zug geht volle Kanne auf die Nerven an der Innenseite des Handgelenks.  

 

Auf der Rückseite (also der Handaußenseite) sollte dieFesselung so und nicht anders aussehen:     

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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