Selbst das beste Seil hält nicht ewig. Naturmaterialien sind sehr anfällig und somit müssen wir als Fessler stets den Zustand unserer Seile im Blick haben. Grundregel 1: Lieber einmal öfter wegschmeißen. Grundregel 2: Das Hauptgewicht bei Hängungen sollte nur an einwandfreien Seilen hängen. 

Wo dran man pensionsreife Seile erkennt: 

Dieses Hanfseil hat 5 Jahre auf dem Buckel. Es wurde wöchentlich mindestens 3-10 Mal für alle möglichen Arten von Fesselungen und Hängungen benutzt sowie zwei- dreimal jährlich gereinigt. Das Seil sieht noch immer einwandfrei aus, aber die Farbe verblasst langsam. Dieses Seil kann man problemlos noch ein paar weitere Jährchen benutzen.

Anders sieht es aber bei unserem Juteseil (unten) aus: Bei diesem Seil lösen sich die Litzen (Schäfte) voneinander und einzelne Fasersträhnen stehen hervor. Das Seil hat kaum noch Eigenspannung. Hiermit sollte niemand mehr fesseln. Die beschädigte Stelle kann großzügig herausgeschnitten und die Enden anderweitigen Verwendungen zugeordnet werden. Juteseile haben bei gleicher Verwendung eine etwas kürzere Lebenszeit als Hanfseile. Das liegt an der Struktur und Beschaffenheit der Fasern. 

  • Das Seil ist an einer oder mehreren Stellen viel dünner (Abrieb) oder hat Risse
  • Die Fasern kommen strähnendick aus den Windungen des Seils hervor
  • Der Seilschlag (die Windung der einzelnen Litzen miteinander) löst sich auf
  • Einzelne Litzen lösen sich vom Seil.
  • Das Seil ist stark uneben und lässt sich nicht wieder begradigen

Was tun mit ausrangierten und kaputten Seilen? Ein paar Vorschläge:

  • Am häufigsten ist die Mitte der Seile beschädigt. Diese kann herausgeschnitten und das ehemals 8 Meter Seil wird zu zwei kurzen 3,5 Meter Seilen gemacht.
  • Die einzelnen Seillitzen (Schäfte) können voneinander getrennt werden und als 2 mm dicke Seile für Haarbondage, Fingerfesselung oder Details genommen werden. 
  • Seile, welche erste Alterserscheinungen aufweisen können farblich markiert werden (Zwirn, Farbe, etc.) und können dann nur noch für Bodenformen oder Deko-Bondage verwendet werden
  • Zum Geschenke kreativ einpacken, Matratzen transportieren oder als Haken um sperrige Kartons von der Post abzuholen. 
  • Ab und an braucht man auch Seile für besonders Flüssigkeitsintensive Spiele. Hier eignen sich alte Hanf- und Juteseile - werden diese aus Versehen oder mit voller Absicht nass, so ziehen sie sich zusammen und machen es dem Träger recht unbequem. Dieser Effekt ist von einigen ganz besonders gemeinen Zeitgenossen höchst erwünscht ;-). [Bei dem Spiel mit sog. Wasser-seilen wird die fertige Fesselung mit Wasser besprüht oder die ganze Person in die Dusche gestellt. Die Seile sind danach sehr starr, nur noch super schwer aufzufesseln und noch viel schwerer aufzuschneiden. Diese Spiele bitte nur mit geübten Fesslern machen. Naturfaserseile müssen danach mind. 5 Tage unter Zug trocknen und sollten niemals mehr für Hängungen oder starke Belastungen eingesetzt werden.]