Interview BlueBird

1) Wie waren deinersten Erfahrungen mit dem Thema Bondage?

Meine ersten Erfahrungen? Hahahah...oh jeh. Ich habe mich schon als Kleinkind selber mit Klebeband, Einpackpapier und Geschenkband gefesselt. Einfach nur weil ich es lustig fand. Später hatte ich mich dann (das muss in den ersten Schuljahren gewesen sein) intensiv mit Fadenspielen auseinandergesetzt. Das hat zwar jetzt nichts direkt mit Bondage zu tun, aber ich glaube fest daran, dass dies maßgeblich dazu beigetragen hat, dass sich bei mir bestimmte Gehirnareale besonders gut ausgeprägt haben, die für das Fesseln notwendig sind.

Mit ungefähr 19 Jahren nahm mich dann ein Freund mit zu einem Bondage- Workshop, damals in der alten Henris Bar in Kreuzberg, wo ich zum ersten Mal erlebt hatte, dass man in den Seilen auch hängen kann (ich war ja noch ohne Smartphone und Instagram und mit mäßigem Internetkonsum groß geworden, wusste also kaum was von dieser Welt). Von da an wollte ich das auch :-)

2) Wie viele Jahre beschäftigen du dich schon mit dieser Thematik? Sowohl als Arbeit und auch privat

Ja, wenn du es so nimmst (lach), dann seit ich selber Klebeband nutzen kann. Hahaha

Beruflich habe ich mich aber erst 2012 selbstständig gemacht als Bondage Trainerin. Seitdem ist das mein Hauptjob und ja, ich lebe davon. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht mindestens einen Kurs gebe, ein Shooting habe, über Fesselungen nachdenke, selber etwas neues dazu lerne, Seile bearbeite, usw….

3) Was hat dich dazu gebracht, als Personal Trainerin anzufangen?

Ich hatte damals bei YourRope als Co-Trainerin für die Gruppenworkshops angefangen zu unterrichten. Dort hatte ich die Erfahrung gemacht, dass jedes Fesselpaar etwas andere Wünsche und Ziele oder ein anderes Ausgangslevel hat. Manchmal auch ganz persönliche Einschränkungen oder Besonderheiten. Ich fand es einfach deutlich effektiver, die Paare individuell und einzeln zu unterrichten. Die Zeit wird effizienter genutzt, die Intimität gewahrt und der passive Part kann sich viel mehr auf die Fesselung einlassen. Keiner hat Angst, eine vermeindlich dumme Frage zu stellen. Die Erfahrung zeigt mir auch nach Jahren noch, dass mit dem Personal Training viel schneller und effektiver Ziele erreicht werden können.

4) Was bedeuten es für dich zu fesseln? Magst du es selbst gefesselt zu werden?

Selbst gefesselt werden? Ja klar, gerne sogar! Was das Fesseln für mich bedeutet? Ähm...ganz ganz viel. Zum einen ist es ein künstlerischer Ausdruck. Zum anderen ist es eine Momentaufnahme, da es beim professionellen Fesseln nie um die fertige Figur geht (die ist nur für ein Foto interessant), sondern um das Sein im Moment. Oder das kreieren aus dem Nichts, welches im Fluss entsteht, nur um dann wieder zu verschwinden. Ich sehe es als Meditation und Kommunikation zugleich. Ich rede zwar oft auch dabei mit meinen Models, manchmal (insbesondere bei Hängungen) ist aber auch totale Stille und ich bin trotzdem über das Seil in andauernder Kommunikation. Ich spüre über das Seil ganz viel und kann zugleich ganz viel darüber ausdrücken und verändern (körperlich als auch geistig). Das ist also eine sehr philosophische Frage, die ich jetzt noch seitenlang erörtern könnte. Um es kurz zu machen sei zuletzt noch gesagt, dass das Fesseln für mich etwas unglaublich freudvolles und positives ist, wofür ich sehr dankbar bin.

5) Was ist für dich die wichtigste Grundregel für das Fesseln, welche jeder beachten sollte?

Respekt. An erster Stelle Respekt vor dem Partner. Derjenige, der sich fesseln lässt, ist grundsätzlich stärker als ich, die fesselt. Der passive Part muss Vertrauen aufbringen – in mich und das Seil - . Er/Sie gibt seinen/ihren Körper komplett in meine Hände und somit auch seinen/ihren Geist. Es gibt – auch bei dem besten Fessler aller Zeiten – immer auch ein Verletzungsrisiko. Das alles muss ich als Fessler weder aufbringen noch für meinen eigenen Körper risikieren. Darum ist mein Model stärker als ich und verdient somit meinen höchsten Respekt.

Respekt auch vor dem Seil. Ich muss meine Technik kennen, absolut beherrschen und ihr vertrauen – insbesondere bei Hängungen kann ich mir keinen Fehler erlauben. Ich darf nicht in Routine verfallen. Ich persönlich bleibe immer meinen eigenen Fähigkeiten gegenüber sehr misstrauisch. Das alles, damit der Respekt nicht verloren geht. Ein Fessler wird erst dann richtig gefährlich, wenn er/sie glaubt, alles zu beherrschen oder als Person über dem Model zu stehen.

6) Wann würdest du sagen, dass man ein Profi geworden ist und wann ein Anfänger?

Huh. Schwere Frage. Das kommt darauf an, wo man die Messlatte für sich selber setzt. Wenn man z.B. ein Profi im „Einfach-nur-Seil-drumwickeln“ sein möchte, hat man das Ziel vermutlich schnell erreicht. Geht es aber in den Bereich des japanischen Fesselns (Kinbaku oder Shibari genannt), dann genügen selbst 100 Lebensjahre Praxis kaum. Demut gegenüber dem Meister oder auch gegenüber dem, was man selber noch nicht gelernt und verstanden hat, ist sehr wichtig. Von daher bezeichnen sich einige gefeierte japanische Meister selbst noch als „Anfänger“.

Ich würde die Unterscheidung lieber zwischen Youtube-Selbstlerner und sicheren Fesslern ziehen. Ein sicherer Fessler weiß an erster Stelle, was er nicht kann. An zweiter Stelle kennt er die Möglichkeiten und Grenzen des menschlichen Körpers (wo kann ich mit dem Seil entlang fesseln und wo nicht? Ab wann wird was gefährlich? Welche Risiken gibt es bei welchen Fesselungen, wie vermeide ich sie? Etc.) und an dritter Stelle ist er eine vertrauensvolle Person, der das Wohl und das Vergnügen des Gefesselten Alles bedeutet.

7) An welches Publikum bieten bietest du deine Kurse?

Alle. Ab 18. Kurse gibt es in Deutsch und Englisch. Immer Montag – Sonntag, 12-22 Uhr. Für Single-FesslerInnen werden gerne passive Kurspartnerinnen für die Dauer des Kurses vermittelt.

Wunschtermine am besten frühzeitig reservieren. Hier ist oft alles ausgebucht.

8) Was ist deine lieblings Fesslung oder Technik? Warum?

Hm. Die ändern sich dauernd. Manchmal sind das ganz einfache, aber besonders trickreiche Fesselungen. Manchmal auch Fesselungen mit komplizierten Mustern.

Kundenmeinungen

Hallo Eru, wir wollten uns nochmal bedanken für den tollen Kurs am Samstag. Deine herzliche und geduldige Art ist wunderbar! Wir würden das Training bei dir gerne fortsetzen :-) [...] Ein Paar aus Regensburg (5/2018)

Liebe Eru, nochmal vielen Dank für die wunderbare Erfahrung! Es hat das ganze Wochenende nachgeklungen. [...] wir freuen uns auf einen neuen Termin später im Sommer. Stephanie aus Berlin (April 2018)

Hallo Eru! Das war ein Tag - super! B. war etwas skeptisch - aber nachher von Dir und deiner Art und Weise sehr angetan !! Eine sehr professionelle Art wie Du den Stoff rüberbringst, sowohl Handhabung der Seile, als auch das, was damit ausgelöst wird. Ich habe eine Menge gelernt - DANKE!! Uwe aus Süddeutschland (4/2018)

[...] Vielen Dank für das spannende, entspannte und lehrreiche Training. Es hat wirlich viel Spaß gemacht und wird sicherlich eine gute Grundlage für weitere fesselnde Stunden sein. Ich habe in meinem (Berufs-) Leben schon oft mit Trainern zu den verschiedensten Themen zu tun gehabt und ich darf Dir sagen, dass Du eine sehr angenehme Art und Gabe hast, Inhalte zu vermitteln. S. (4/2018)

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Eru ist toll. Nett, kompetent und professionell. Man lernt in kurzer Zeit effektiv was hübsch ist und was man vermeiden muss (z.B. um Nervenschäden vermeiden). Eru ist nicht nur technisch sehr gut, sie hat auch einen guten Blick auf die Ästhetik und umfangreiches Verständnis der Hintergründe.:-) Gregor (2018)

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[...] Wir fanden es bei dir absolut sensationell. Du hast eine total angenehme Art, Dinge zu zeigen, so dass man wirklich nie das Gefühl hat, etwas falsch zu machen. Vorher dachten wir noch: "Mensch, wie erklären wir ihr jetzt am besten, was wir schon können und was nicht, damit wir am besten direkt zu den sinnvollen Themen kommen und wir möglichst viel mitnehmen". War aber gar kein Problem, hast du sofort erkannt und genau da angesetzt, wo es gepasst hat. Die coolen (auch ausgefallenen Sachen), die du immer mal wieder zeigst, sind total spannend und einige davon probieren wir mit Sicherheit aus und erzählen dir beim nächsten Mal. Kurzum: Mach weiter so! Wir kommen bestimmt bald wieder! R & B (November 2017)

Hallo Eru, mit über 50 sind wir beide am vergangenen Wochenende sicherlich nicht die jüngsten Anfänger in Deiner sorgsamen Ausbildung (vermutlich auch nicht die ältesten ). Aber es hat uns Spaß gemacht und Du hast uns einige Unsicherheiten in den Stunden bei Dir genommen. Wir haben uns beide gut gefühlt und abends gleich nochmal die Basics wiederholt. Danke für das behutsame Heranführen und die stetige Ermutigung. Danke auch für die guten anatomischen Hinweise, so dass wir uns beim Fesseln keinen Schaden zufügen. Wir kommen bestimmt mal wieder, wenn wir mit dem Gelernten ein wenig experimentiert haben, um uns weitere Tipps zu holen. LG S+M (2017)

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